Musikerduo True im Interview

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Elektronischer R’n’B ist nicht unbedingt das, was man gemeinhin als typische Berner Musik bezeichnen würde. Vielleicht sind Rico Baumann und Daniela Sarda mit ihrem Duo True genau deshalb auf Erfolgskurs. Im Gespräch mit Places plauderten der Berner und die Zürcherin über ihr im September erscheinendes Album. 

Interview: Christina Noli

Places: Ihr habt euch an der Berner Jazzschule kennen gelernt und vor zwei Jahren True gegründet. Wie klingt ihr?
Daniela Sarda: Wir nennen es elektronischen R’n’B mit einem Schuss Melancholie. Ich singe und spiele Keyboard, während Rico für Per­kussion und Produktion verantwortlich ist. Die Songs schreiben wir gemein­sam – wir ergänzen uns zum Glück richtig gut.

Was war euer erster Erfolg?
Daniela: Das war «Videos». Der Track wurde vor allem auf dem bekannten englischen Radiosender BBC 6 oft ge­spielt, was für uns echt unglaublich war. Irgendwie scheint unser Stil in England, L.A. und New York den Geschmack der Leute zu treffen. Aber auch hierzulande kam der Song gut an.

Ihr habt gerade euer erstes Album produziert, wie lief das so?
Rico: So etwas wie die Produktion dieses Albums hab ich noch nie erlebt! Ich habe unzählige Nächte im Studio verbracht. Ich liebe es, in der dunklen Kammer zu sitzen, die blinkenden Instrumente um mich zu haben und stundenlang nur Musik zu machen. Es ist schon ein ziemlich spezieller Zustand, den ich da manch­mal erreiche. Gegen Ende der Produktion hat sich der Schlafmangel dann aber langsam bemerkbar gemacht, ich bin tatsächlich mal während einer Aufnahme eingeschlafen!

Erzählt ihr mir etwas über das neue Album, das im Herbst erscheint?
Daniela: Es heisst «Wrapped in Air» und beinhaltet Songs, die einerseits leicht, anderseits aber auch sehr undurchsichtig sind. Uns inspirieren meist Themen aus dem Alltag, zurzeit zum Beispiel die Unverbindlichkeit der Social-Media-Zeit.

Wo würdet ihr gerne einmal performen?
Daniela: Das Glastonbury Festival wär natürlich toll! Die Reaktionen des Publikums gleich in den Gesichtern zu sehen, ist immer wieder beeindruckend.
Rico: Für mich ist das Publikum eigent­lich wichtiger als der Ort. Früher wollte
ich immer im Dachstock und in der Turnhalle spielen. Das hab ich mittler­weile ein paarmal gemacht und wurde nicht enttäuscht. Kleine, dunkle, verschwitzte Räume voller Leute sind auch immer gut.

Welche Künstler inspirieren euch?
Rico: Im Moment habe ich wieder einmal eine Prince-Phase. Er war aber auch zu Lebzeiten eine grosse Inspirations­quelle für mich. Ich finde, man muss nur seine alten Plattencover anschauen und kriegt sofort Lust, Musik zu machen. Privat höre ich zurzeit aber auch gerne 18+, FKA Twigs oder Niki & the Dove.

Erinnert ihr euch an euer aller­erstes Album?
Rico: Das war wohl «Songs in the Key of Life» von Stevie Wonder.
Daniela: Ich bin mir nicht mehr sicher, «Like A Prayer» von Madonna war aber sicher eines meiner Lieblinge.

Wo geht eure musikalische Reise in Zukunft hin?
Daniela: Im Moment sind wir sehr im Jetzt und möchten viele Konzerte spie-len, in der Schweiz genauso wie im Ausland. Und natürlich hoffen wir, dass die Leute viel Freude an unserem Album haben werden.

Wo trifft man euch in Bern?
Daniela: Da wir unseren Proberaum im Progr haben, sind wir natürlich viel dort und in der Turnhalle. Da wimmelt es ja nur so von kreativen Köpfen, was toll ist.
Rico: Ich mag, abgesehen vom Progr, die Zoo Bar, die Brasserie Lorraine oder das Café Kairo. Und ich mag die Kreuzung am Inselplatz, wo ich wohne. Da ist es schön lärmig, fast wie in einer richtigen Stadt.

Was mögt ihr denn an der Stadt Bern?
Rico: Mittlerweile bin ich ziemlich her­umgekommen und kann sagen, dass ich noch selten eine Stadt gesehen habe, die so klein ist und trotzdem kulturell so viel zu bieten hat. Ausserdem ist man in wenigen Minuten überall, was ich nach einem halben Jahr in New York sehr schätze. Das lässt einem viel mehr Zeit für das Arbeiten und Geniessen – ein extremer Luxus. Und die Aare an und für sich ist natürlich schon ein Grund, hier zu leben.

 

truemusic.com

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