Kunst Zürich – Die Kunst kommt aus der Pubertät

An ihrer 24. Ausgabe vom 25. bis 28. Oktober 2018 präsentiert die Kunst Zürich rund 50 handverlesene Galerien. Die Messe findet erneut in den ehemaligen ABB Hallen in Zürich Oerlikon statt.

Evelyne Fenner, Gründerin und Direktorin der Kunstmesse, legt den Schwerpunkt seit der ersten Ausgabe auf Contemporary und Neuzugänge. «Die Kunst Zürich zeigt eine bewegte und dynamische Szene mit verstärktem Fokus auf Zürich als Statement. Ausser klassischer Moderne gibt es keine musealen Teile. Es ist eine Sonderschau in Reinkultur. Die Kunst kommt nun aus der Pubertät und orientiert sich am Marktplatz», erklärt die CEO.

Zu den diesjährigen Höhepunkten gehören die von der Galerie Imago kuratierte Sonderausstellung von Lucio Fontana, das Gemeinschaftskonzept ausgewählter junger Galerien und einem Designer unter dem Motto «Zurich Contemporary», sowie eine Reihe von hochkarätigen Podiumsdiskussionen zur Erhöhung der Transparenz. Darunter ist Kunstredaktor Gerhard Mack im Gespräch mit dem Künstler Franz Erhard Walther für die NZZ am Sonntag oder Tobia Bezzola zum Thema «Crisis, what crisis? Neuorientierung auf dem Kunstplatz Zürich». Sie sehe Krisenzeiten immer auch als Chance, besagt Evelyne Fenner: «Interessant ist der Wendepunkt, wenn sich Galerien und Künstler der Innovation zuwenden müssen. Das Messegeschäft ist unter Druck, aber solange es der Art Basel gut geht, geht es allen gut. Sie hat ihre Funktion in den 55 Jahren erreicht. Eine solche Grossmesse wird gezwungen, ein bisschen zu überlegen. Schwankungen im Kunstmarkt sind normal, tendenziell geht es uns ganz gut».

Dieses Kunst Zürich Jahr zeigt mehr Editionen auf, wie das NZZ Kunstbulletin, Parkett und Du. Kooperationen wurden mit dem Kunsthaus Zürich und dem Zürich Tourism aufgegleist. Christoph Stuehn, Leiter Verkauf & Services, Mitglied der Geschäftsleitung Kunsthaus, betont: «Das Kunsthaus wird nicht mit Kunstwerken vor Ort sein, wir sind schliesslich keine Galerie sondern ein Museum mit starren Strukturen. Wir wünschen uns, mit Kunstinteressierten in einen Dialog zu treten, unser Angebot zu zeigen und wie das Kunsthaus besucht werden kann – Schwellenangst vor der Institution nehmen. Es stehen normale Menschen dahinter». Die Kunst Zürich als Türöffner fürs Kunsthaus, so sieht dies auch Evelyne Fenner: «Kunst ist ein Heil- und Erziehungsmittel. Jedes Kind malt. Kunst ist etwas vom Letzten, das aus dem Mensch herauskommt. An die Kunst Zürich trauen sich auch Leute, die sonst nicht in Galerien gehen. Kunst ist ein Partner, den man sich bestenfalls an die Wand hängt oder in eine Ecke stellt.» Für Sarina Wyss, Cooperations & Event Manager Zürich Tourism, ist das Ziel der Kooperation, die Stadt nach aussen zu tragen: «Für uns ist es ein Neueinstieg in die Kunst, wir sind mit dem Thema noch nicht so weit, wie wir gerne hätten. Die Kunst Zürich ist ein schöner Einstieg, Touristen wie Lokalen einen Einstieg zu bieten.»

Es werden 20’000 Besuchende und ein Verkaufserfolg von 70% erwartet und dazu der Event im DACH-Raum sowie in Italien beworben. Es besteht zudem die Annahme, dass auch Millennials an Messen kaufen, oder sich zumindest Wissen dort aneignen. Bevor man sich auf eine Beziehung mit Kunst einlässt, sollte man sie sich doch genauer betrachten.

«Ich bin wahrscheinlich weltweit der einzige Mensch, der eine Kunstmesse praktisch privat finanziert», stellt Evelyne Fenner fest, deren Einnahmen rein aus Standmieten und ohne Kommission der Verkäufe besteht. Subventionen gibt es keine.

Die wichtigsten Daten zur Kunst Zürich 2018:

– 24. Oktober 2018 11 Uhr: Presserundgang mit anschliessendem Presse Apéro

– 25. Oktober 2018 16 bis 22 Uhr: Vernissage

– 25. Oktober 2018 17:30 Uhr: Podiumsdiskussion «Verliert die Kunst ihre Form?» mit NZZ am Sonntag-Kunstredaktor Gerhard Mack und dem Künstler Franz Erhard Walther

– 27. Oktober 2018 14 Uhr: Podiumsgespräch mit Tobia Bezzola zum Thema Kunstplatz Zürich

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